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Beratung für Pessare

Therapeutische Hilfsmittel in der Beckenbodenrehabiliation

Pessare können ein wertvolles Hilfsmittel sein, wenn sich eine Senkung, ein Druckgefühl im Becken oder Belastungsinkontinenz im Alltag bemerkbar machen und du dir eine nicht‑operative Unterstützung wünschst.

In der Pessarberatung schauen wir gemeinsam auf deine Beschwerden, erklären dir in Ruhe, welche Pessarformen es gibt und ob ein Pessar für deine Situation sinnvoll sein kann.

Bei der Anpassung testen wir verschiedene Größen und Formen, besprechen Tragedauer, Pflege und Kombination mit Beckenbodentherapie, damit du ein Hilfsmittel findest, das dich im Alltag, beim Sport oder in der Rückbildung bestmöglich unterstützt und sich für dich stimmig anfühlt.

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Was ist ein Pessar?

Ein Pessar ist ein medizinisches Hilfsmittel aus flexiblem Silikon, das in die Scheide eingesetzt wird, um Beckenorgane wie Blase, Gebärmutter oder Darm von innen zu stützen. Es ist die wichtigste nicht-operative Behandlungsoption bei Beckenbodensenkung und wird von medizinischen Leitlinien (AWMF, NICE) als erste Therapiestufe empfohlen.

Pessare werden seit Jahrhunderten eingesetzt und haben sich durch moderne Materialien und Formen erheblich weiterentwickelt. Heute stehen über 20 verschiedene Pessarformen zur Verfügung, von Ringpessaren über Würfelpessare bis hin zu Schalenpessaren, die individuell angepasst werden können.

Rund 50 % aller Frauen, die vaginal entbunden haben, erleben im Laufe ihres Lebens eine Form von Senkung. Ein Pessar kann in vielen Fällen Symptome wie Druckgefühl, Inkontinenz oder ein Fremdkörpergefühl deutlich lindern, ohne operativen Eingriff.

Wann kann ein Pessar helfen?

Ein Pessar kann bei verschiedenen Beschwerden eine wirksame Unterstützung sein:

  • Beckenbodensenkung (Prolaps) – Gebärmuttersenkung, Blasensenkung oder Darmsenkung, wenn Organe sich nach unten verlagern
  • Belastungsinkontinenz – ungewollter Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Sport
  • Druckgefühl im Becken – ein Gefühl der Schwere oder als würde „etwas nach unten drücken"
  • In der Schwangerschaft – zur Unterstützung bei Zervixinsuffizienz (verkürzter Gebärmutterhals)
  • Nach der Geburt – als Übergangslösung während der Rückbildung, bevor der Beckenboden wieder stabilisiert ist
  • Vor oder statt einer Operation – als konservative Alternative oder Überbrückung bis zu einem geplanten Eingriff
  • Beim Sport – zur temporären Unterstützung bei Belastung, z. B. beim Joggen oder Krafttraining

Ein Pessar ersetzt keine Beckenbodentherapie, sondern ergänzt sie. Bei unë kombinieren wir Pessarberatung mit individueller Physiotherapie für nachhaltige Ergebnisse.

Wie läuft eine Pessarberatung bei unë ab?

Schritt 1 – Gespräch & Anamnese

Wir sprechen über deine Beschwerden, deine Krankengeschichte und deine Ziele. Was belastet dich im Alltag? Was erhoffst du dir? Dieses Gespräch bildet die Grundlage für die Auswahl des richtigen Pessars.

Schritt 2 – Untersuchung & Beratung

Wir erklären dir die verschiedenen Pessarformen (Ring, Würfel, Schale und weitere) und prüfen gemeinsam, welche Form und Größe für deine Anatomie und deine Beschwerden am besten geeignet ist.

Schritt 3 – Anpassung & Anprobe

Du probierst das Pessar vor Ort an. Wir testen verschiedene Größen, bis wir die beste Passform gefunden haben. Du lernst, wie du das Pessar selbstständig einsetzen und entfernen kannst.

Schritt 4 – Nachsorge & Beckenbodentherapie

Nach 2–4 Wochen kontrollieren wir Sitz und Verträglichkeit. Bei Bedarf passen wir Größe oder Form an. Parallel beginnen wir mit Beckenbodentherapie, um die Muskulatur langfristig zu stärken.

Häufige Fragen zur Pessarberatung

Brauche ich ein Pessar bei Senkung?

Nicht jede Senkung erfordert ein Pessar. Ob ein Pessar sinnvoll ist, hängt von der Art und dem Grad der Senkung, deinen Beschwerden und deinen persönlichen Zielen ab. In einem Beratungsgespräch bei unë klären wir gemeinsam, ob ein Pessar für dich die richtige Option ist – oder ob Beckenbodentherapie allein ausreicht.

Pessar oder Beckenboden-OP – was ist besser?

Medizinische Leitlinien empfehlen ein Pessar als erste Therapiestufe, bevor eine Operation in Betracht gezogen wird. Ein Pessar bietet eine reversible, risikoarme Alternative, die sich jederzeit entfernen lässt. Viele Frauen erleben mit einem Pessar und begleitender Beckenbodentherapie eine so deutliche Verbesserung, dass eine OP nicht mehr nötig ist.

Tut das Einsetzen eines Pessars weh?

Nein. Das Einsetzen kann sich anfangs ungewohnt anfühlen, ist aber in der Regel schmerzfrei. Wir nehmen uns Zeit bei der Anpassung und sorgen dafür, dass du dich wohl fühlst. Du lernst bei uns, das Pessar selbstständig einzusetzen und zu entfernen.

Wie lange kann ich ein Pessar tragen?

Je nach Pessartyp kannst du es täglich einsetzen und abends herausnehmen (z. B. Würfelpessar) oder über mehrere Wochen durchgehend tragen (z. B. Ringpessar). Wir besprechen die ideale Tragedauer für deine Situation und zeigen dir die richtige Pflege.

Was kostet eine Pessarberatung bei unë?

Die Kosten für eine Pessarberatung und -anpassung teilen wir dir gerne im persönlichen Gespräch mit. Wenn du eine Verordnung für Physiotherapie hast, kann die Beratung im Rahmen deiner Behandlung stattfinden. Sprich uns einfach an.

Kann ich mit einem Pessar Sport machen?

Ja. Viele Frauen nutzen ein Pessar gezielt beim Sport – zum Beispiel beim Joggen, Krafttraining oder in Rückbildungskursen – um den Beckenboden während der Belastung zu unterstützen. Wir beraten dich, welcher Pessartyp sich für deine Aktivität am besten eignet.